Die Wahrsagungen über das Internet haben in den vergangenen Jahren einen wahren Boom erlebt. Der Gang zu einem Orakel gehörte eigentlich schon fast zu den vergessenen Kulturleistungen und gewinnt nun dank der modernen Technik wieder an Popularität. Der Zugriff auf Weissagungen aller Art ist nie so einfach gewesen wie über den Computer. Es muss aber gesagt werden, dass deutliche Unterschiede bestehen zwischen den klassischen und den modernen, digitalen Orakeln.
Das klassische Orakel unterstützt Menschen in schwierigen Entscheidungssituationen ihres Lebens durch höhere Einsichten, die man durch ein Medium erlangt oder durch den Vollzug eines Rituals. Es versteht sich von selbst, dass diese Methoden beim Zugriff auf ein Orakel mittels des Computers nicht mehr sehr zeitgemäß sind. Das moderne Orakel präsentiert sich seinen Benutzern meistens in Form eines Eingabefeldes, in das man seine Frage schreiben kann. In der Regel wird dabei die Einschränkung gemacht, dass die Frage sich mit ja oder nein beantworten lassen muss. Diese Einschränkung hängt von der Leistungsfähigkeit der Software ab.
Hinter Internetorakeln verbergen sich nämlich keine Menschen, sondern speziell dafür angefertigte Computerprogramme, die aus den Eingaben der Benutzer die benötigten Informationen herausfiltern, um daraus eine sinnvolle Antwort generieren zu können. Da die Art möglicher Fragen doch sehr eingeschränkt ist, eignen diese Orakel sich kaum bei komplizierteren Lebensfragen, können aber eine gewisse Orientierung bieten.
Der Begriff des Internetorakels wird von den Anbietern häufig sehr weit gefasst und lässt eine ganze Reihe weiterer Weissagungsmethoden zu, die deutlich komplexer und entsprechend leistungsfähiger sind. Dazu gehören etwa auch das Kartenlegen, das Kaffeesatzlesen und andere Methoden. Bei der Befragung dieser Orakel erfolgt die Auswertung zwar auch wieder über eine Computersoftware, doch bedingt durch die größere Informationsmenge etwa beim Kartenlegen sind hier auch genauere Voraussagen möglich. Die Software ist in der Lage, auch kompliziertere Interpretationen zu liefern und so einen Blick in die Zukunft zu ermöglichen.


3. November 2011
Franziska Brandt
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